Von Kühen, Wildschweinen und Nächstenliebe

Gestern habe ich mit meinen Konfirmanden und Konfirmandinnen über Gemeinschaft und Nächstenliebe gesprochen. Sie haben den Text der Jahreslosung gelesen (Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zum Lob Gottes) und in eigene Worte übersetzt. Und heute morgen lese ich dann in der Frankfurter Rundschau folgende Schlagzeile: Göttingen – Kuhherde adoptiert Wildschwein. Herrlich! Das Leben ist eben manchmal eine Überraschungstüte.

Ich will jetzt gar nicht länger über Kühe und Wildschweine sprechen, das nur so am Rande. Was mich sehr gefreut hat, waren die Gedanken der Konfirmandinnen und Konfirmanden zu dem Text der Jahreslosung. Jeder Mensch ist wertvoll! Sei du selbst und lass andere auch sie selbst sein! Keine Ausgrenzung! Jeder soll dazugehören! Nimm die anderen so an, wie Gott sie geschaffen hat! Wohlbemerkt: Wir reden hier über 12- bis 13-jährige Jungs und Mädels. Hut ab vor so vielen tollen Gedanken! Schnell kamen wir natürlich auch auf das Thema Flüchtlinge. Sie waren sich einig, dass man so einen Satz gerade in der Frage nach dem Umgang mit Flüchtlingen als Leitlinie nehmen sollte. Ganz klar haben sie da Positionen bezogen: Wir sind alle Menschen, egal ob reich oder arm, egal welche Hautfarbe oder Religion wir haben.

Es macht mir Mut, dass junge Menschen solche Gedanken schon in Worte fassen können, ganz ohne meine Hilfe. Dass sie auf die Idee kommen, dass die Bibel etwas zu unseren gesellschaftlichen Fragen und Problemen zu sagen hat. Wir brauchen solche Menschen ganz dringend, damit sie mit ihrem Denken Vorbild werden können für andere. Toleranz ist ja nunmal ein Gut, das an allen Ecken und Enden fehlt, nicht nur im Blick auf die Frage nach dem Umgang mit Flüchtlingen.

Nochmal zu dem Wildschwein: Das arme kleine Ding hat seine Eltern verloren und jetzt ein neues Zuhause bei den Kühen gefunden. Und es hat sogar schon einen Namen: Johann. Da fragt man sich doch tatsächlich: Warum ist es bei uns nur so schwer? Vielleicht weil Kühe und Wildschweine nicht miteinander sprechen können. Vielleicht auch, weil keine Vorurteile im Weg sind. Da kommt einer, der braucht Hilfe. Und bekommt Hilfe. Einfach so. Und da sage nochmal einer, wir könnten nichts von Kühen oder Schweinen lernen…

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3 Gedanken zu “Von Kühen, Wildschweinen und Nächstenliebe

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