Überraschungen

Was ich am Leben liebe? Die Überraschungen. Man wacht morgens auf und weiß noch nicht, was der Tag bereithält und dann erlebt man manchmal eine echte Überraschung. So ging es mir diese Woche. Ich war schon halb auf dem Weg zu einer Beerdigung, als mein Telefon klingelte. Am anderen Ende war ein ehemaliger Schulkamerad, den ich wirklich eine Ewigkeit nicht gesehen und gesprochen habe. Und was er mir am Telefon erzählt hat, dass hat mich so gefreut, dass es meinen ganzen Tag verändert hat. Ich bin ganz anders zu dieser Beerdigung gegangen und habe vielleicht sogar etwas mehr Lebensfreude ausgestrahlt – und gerade an einem solchen Tag können das die Menschen ja brauchen.

Unverhofft kommt oft – so sagt man ja sprichwörtlich. Das ist eben das Besondere am Leben. Man kann es so schlecht vorhersehen, planen noch gleich viel weniger. Es macht, was es will. Und reißt mich einfach mit. Das ist manchmal anstrengend. Schmerzlich. Aber manchmal auch ganz wunderbar. So wie bei mir in dieser Woche. Mein Kollege hat am Sonntag in seiner Predigt etwas gesagt, das mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Vielleicht habe ich diesen Anruf auch deshalb als so besonders wahrgenommen. Er hat über ein Wunder gepredigt. 10 Männer kommen zu Jesus – sie sind krank und bitten um Heilung. Jesus macht keinen großen TamTam, sagt ihnen nur, dass sie sich den Priestern zeigen sollen, denn das war damals die allgemeine Vorgehensweise, wenn man als Kranker – und damit Ausgestoßener – wieder in die Gesellschaft der Gesunden aufgenommen werden wollte. Und siehe da: Sie waren gesund. Einer kommt zurück, um Jesus zu danken. Einer, von zehn. Und mein Kollege hat für diese Geschichte ganz schöne Worte gefunden: Vielleicht sind wir manchmal nicht aufmerksam genug, für die kleinen Wunder in unserem Leben. Nehmen als selbstverständlich hin, was uns an Gutem geschieht, ohne dankbar dafür zu sein.

Ja, ich weiß schon. Bart Simpson hat es so formuliert: „Lieber Gott, wir danken dir für gar nichts, denn wir haben alles selbst bezahlt.“ Das stimmt. Das Essen auf meinem Tisch habe ich gekauft. Mich anzurufen hat sich mein Schulkamerad vermutlich auch nicht durch göttliche Eingebung überlegt. Und doch – die Haltung der Dankbarkeit und die Aufmerksamkeit für kleine und große Wunder in meinem Leben bringt mir Lebensqualität. Neben allem, was ich selbst machen und erzeugen kann, gibt es ja auch so vieles, auf dass ich keinen Einfluss habe. Ich bin gesund – ja vielleicht, weil ich Sport treibe und mich gesund ernähre. Aber auch, weil ich riesengroßes Glück habe. Und dafür bin ich dankbar. Dankbarkeit ist für mich eine tolle Lebenshaltung. Sie erinnert mich daran, die Dinge nicht für selbstverständlich zu nehmen. Mich an Kleinem riesig zu freuen. Dankbarkeit erinnert mich daran, dass ich die wichtigsten Dinge im Leben eben nicht selbst machen und erhalten kann: Gesundheit, Liebe, Freude, Glück. Und egal, ob ich sie dem Schicksal zuschreibe oder Gott – Dankbarkeit lässt mich meine Welt anders sehen. Dinge mehr wertschätzen. Das Leben selbst als kostbar erachten. Und dafür bin ich dankbar.

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3 Gedanken zu “Überraschungen

  1. Dankbare Freude über Überraschungen, über Menschen, die uns begegnen, über unverdientes Glück, über Gesundheit und Leben, über „Gott und die Welt“….
    Geanu das dürfen wir nicht vergessen und sollten es ganz bewusst einüben, diese Dankbarkeit auch auszudrücken.
    Deshalb: Danke nicht nur für diesen sondern auch für deine Blogeinträge der vergangenen Wochen. Du machst nachdenklich und weist immer wieder auf wichtiges hin.
    Und diese Dankbarkeit ncith nur zu fühlen

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