Neue Schuhe

Letzte Woche habe ich mir neue Schuhe gekauft. Super schick. Und leider super unbequem. Ich habe sie gesehen und dachte, dass sie perfekt zu diesem einen Kleid passen, das ich habe. Beim Anprobieren habe ich zwar gemerkt, dass sie etwas zwicken, aber ich dachte mir: Läuft sich schon ein. Ist ja auch meistens so. Als ich diese Schuhe dann auf einer Hochzeit am Wochenende getragen habe, wurde mir ziemlich schnell klar, dass das wohl diesmal nicht so ist. Knack, knack…so kann man sich das Gefühl (und Geräusch) vorstellen, nachdem ich mich ohne Schuhe auf die Füße gestellt habe. Dann lieber Barfuss als mit schmerzenden Füßen. War ja auch 30 Grad. Kein Problem.

Was mach ich jetzt damit? Nochmal anziehen und abwarten? Oder weg damit? Im 1. Thessalonicherbrief heißt es: „Prüfet alles, das Gute behaltet.“ Ha! Als ich da heute Morgen bei der Vorbereitung für eine Andacht drauf gestoßen bin, dachte ich kurz: Welch Ironie! Dabei bin ich mir natürlich völlig im Klaren darüber, dass hiermit nicht meine neuen Schuhe gemeint sind. Aber es steht ja sinnbildlich für etwas, was man nicht nur mit neuen Schuhen erlebt. Man beginnt etwas Neues, vielleicht eine Beziehung oder man fängt an einer Arbeitsstelle oder mit einer Ausbildung an. Und irgendwann kann es passieren, dass der Punkt kommt, an dem man merkt: Hier stimmt etwas nicht. Das kann sogar noch nach langer Zeit passieren. Man hat schon ein ganzes Studium hinter sich und merkt: Das war nicht das Richtige. Oder in einer Ehe: Etwas stimmt nicht mehr. Oder mein Leben ganz grundlegend: So soll es nicht weitergehen.

Prüfet alles, das Gute behaltet. Woher weiß ich, was gut ist und was nicht? Oft bin ich unsicher in meinen Entscheidungen. Paulus gibt einen guten Rat, wie ich finde: Prüfet alles! Eine Prüfung braucht Zeit. Alles abwägen, vielleicht eine der berühmten Pro-und-Contra-Listen schreiben, Szenarien durchgehen, sich etwas zurückziehen, um herauszufinden, was das Beste sein könnte. Und auf das Bauchgefühl hören – ob das nun im Bauch sitzt oder woanders, im Kopf oder Herz, das ist ja mal egal. Jeder hat so eine Stimme in sich, die ihm ganz genau sagen kann, was richtig und was falsch ist. Meistens vertraut man ihr nur nicht genug. Prüfen. Und dann: Das Gute behalten. Das, was gut für mich ist. Das kann in den Augen anderer Menschen genau das Falsche sein. Sie würden ganz anders entscheiden. Aber für mich ist es richtig. Klar, ein Restrisiko bleibt. Ich kann mich immer falsch entscheiden. Auch das passiert. Aber das heißt ja nicht, dass nicht auch daraus wieder Gutes entstehen kann.

Zu meinen neuen Schuhen: Denen gebe ich noch eine Chance. Die nächste Hochzeit kommt bestimmt. Da werde ich prüfen, ob sie was taugen. Und wenn nicht. Tja, dann hilft eben nur eins: Nächstes Mal lieber prüfen, bevor man kauft. Das spart Geld. Und ein schlechtes Gewissen.

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