Abraham mit Kindern

Donnerstag und Freitag hatte ich meine ersten Schulgottesdienste. Grundschule. Gemeinsam mit einer katholischen Kollegin und Massen von Kindern haben wir zwei ganz besonders schöne Gottesdienste gefeiert. Nach all meinen Fanbekundungen aus meiner Grundschulzeit ist jetzt nicht schwer zu erraten, dass mir das wirklich großen Spaß gemacht hat. Mit Kindern Gottesdienst zu feiern ist etwas ganz Besonderes. Denn man muss die einzelnen Elemente nochmal neu bedenken. Was meine ich eigentlich mit dem Votum am Anfang, wenn ich sage, dass wir den Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes feiere? Was bedeutet Segen für mich? Und wie mache ich 300 Kindern, die eigentlich alle nur noch in die Sommerferien abdüsen wollen eine  biblische Geschichte so anschaulich, dass sie sie dann doch gern hören möchten?

Am Freitag haben wir das im Gottesdienst geschafft. Als Abraham zu Besuch kam, da wurde es ganz still in der Kirche. Meine katholische Kollegin kam ganz langsam mit langem Gewand und Kopftuch, auf einen Stock gestützt in die Kirche herein. Und sie erzählte als Abraham von der langen Reise, von dem Auftrag Gottes, alles zurückzulassen und loszumarschieren in ein Land, das er überhaupt nicht kannte. Hunderte Kinderaugen war ganz gebannt auf Abraham gerichtet. Das war ja spannend, was Abraham erzählt hat, so habe ich weitergemacht. Da braucht man Mut und Vertrauen. Einfach losgehen. Aber wenn Gott etwas verspricht, dann kann man sich wohl darauf verlassen, oder? Wenn er sagt: Ich bleibe bei dir, egal wo du hingehst, dann meint er das auch so.

Mir wurde gestern die Geschichte von Abraham nochmal ganz neu deutlich. Weil ich versucht habe, sie durch die Augen der Kinder zu sehen. Gott ist mir ganz neu begegnet, als einer, der Versprechen macht und hält, in dieser Geschichte. Und ein bisschen war das Versprechen „Ich bin immer für dich da“ auch eines für mich. Kinder fordern einen heraus. Seinen eigenen Glauben zu prüfen. Zu fragen: Was glaube ich denn hier eigentlich? Und wie kann ich davon so erzählen, dass andere es verstehen?

Das Schönste war dann am Ende, als ich zum Segen nach vorne kam und meine Hände zur Segensgeste hochgenommen habe. Und 300 Kinder auch ihre Arme hochreißen. Da mussten wir dann alle mal herzhaft lachen. Segen kann man eben nie deutlich genug machen. Das war eine ganz schöne Erfahrung für mich. Im Gottesdienst mit den Kindern etwas von der Lebensfreude zu spüren, die aus Glauben kommen kann.

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