Igraine Ohnefurcht

In meinem Regal steht ein Buch. Es ist gelb. Vorne auf dem Cover ein Mädchen in Ritterrüstung. Verwegen schaut sie in die Ferne. Neben ihr sitzen einige Schweine, eine kleine Katze und ein Pfau hockt auf ihrem linken Arm. Der Titel des Buches: Igraine Ohnefurcht. So heißt sie. Die verwegene „Ritterin“ vorne drauf. Ich liebe dieses Buch, schon als junges Mädchen war ich ganz verrückt nach diesem furchtlosen Mädchen, das sich durch ein aufregendes Abenteuer kämpft. Igraine Ohnefurcht war für mich eine Art Heldin. Sie hatte keine Angst vor nichts und niemandem. So wäre ich auch gern gewesen.

Als ich heute morgen die Losung für diesen Tag gelesen habe, ist mir sofort dieses Buch eingefallen. Es heißt heute aus Psalm 119: Gott, du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort! Und ich sah mich gleich wie dieses Mädchen dastehen. Verwegen die Arme in die Hüften gestemmt und bereit, es mit allem, was in dieser Welt noch auf mich wartet, aufzunehmen. Das war natürlich nur ein kurzer Anflug von Heldenmut. Aber dennoch hat dieser Vers mich bereits heute morgen zum Nachdenken gebracht.

Ich bin nicht ohne Furcht. Vielmehr gibt es einiges, vor dem ich mich fürchte. Spinnen möchte ich hier gar nicht erst nennen… Da sind Fragen, die mich als Menschen begleiten, die mich manchmal schon etwas ängstlich machen. Wie wird meine Zukunft aussehen? Bleibe ich gesund? Wie sieht das Leben für die Menschen aus, die mir wichtig sind? Kann ich meine Träume verwirklichen? So sind wir Menschen vermutlich einfach. Die einen mehr, die anderen weniger. Wir machen uns Sorgen, fürchten uns vor den großen Fragen, manche trauen wir uns gar nicht erst zu stellen. Und fragen erst, wenn es schon zu spät ist.

Gott, du bist mein Schutz und mein Schild: ich hoffe auf dein Wort! Das hat mir Mut gemacht heute morgen. Dieser Satz sagt mir: Ich kann furchtlos sein. Kann mir alles zutrauen. Denn es ist einer auf meiner Seite, der Schutz und Schild ist. Wie eine Rüstung, die mich vor allen Gefahren schützt. Nicht vor denen an Leib und Leben. Mir kann immer etwas geschehen. Aber vor allem, was mich innerlich angreifen kann, was mich klein macht oder ganz auffrisst. Gott ist mein Schutz und mein Schild. In ihm finde ich immer wieder neue Kraft, auch schwere Zeiten zu meistern. Deshalb kann ich furchtlos sein und mir sagen lassen: Was auch passiert, ich bin nicht allein. Ich brauche nicht bang die Zukunft erwarten, sondern darf mich auf die Mauer des Schlosses stellen, die Arme in die Hüften stemmen und meinen Blick in die Ferne schweifen lassen. Erwartungsvoll auf das schauen, was auf mich zukommt. Und wissen: Ich muss mich nicht fürchten. Ich bin stark, denn ich habe etwas, das mich stark macht. Von innen her. Wie das Mädchen auf meinen Buch. Ohne Furcht!

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