#nichtinmeinemNamen: Amen!

Am Freitag hatten wir Schulgottesdienst in der Grundschule. Die Schüler kennen die Spielregeln: Mütze ab, keine Füße auf die Kniebänkchen, nicht rennen, nicht schreien. Vorbildliche Kinder, die ich da in der Kirche sehe. Klar, ab und zu schiebt sich ein Fuß auf das Bänkchen und ein provozierendes Auge blitzt zu mir rüber. Ich sitze mitten zwischen den Kindern in der Bank. Ein schöner Gottesdienst. Zum Abschluss sprechen Kinder aus der 3. Klasse die Fürbitten. Und alle: Amen. Es zupft an meinem Ärmel. „Frau Mantowsky, was heißt eigentlich Amen?“, fragt mich einer der Jungs aus meiner Klasse. Ich erkläre: Amen bedeutet, dass du einverstanden bist mit dem, was da gerade gesagt wirst. Es heißt so viel wie: Ja, genau! So soll es sein! Kurzes Überlegen: „Na dann: Amen!“. Cool, meine Kinder.

Viele Menschen sagen uns im Netz gerade ein klares Nicht-Amen zu Dingen, die in Deutschland passieren: #nichtinmeinemnamen. Nicht in meinem Namen. Nein zu Pegida. Nein zu Rassismus. Nein zu Angstmache. Nein zur Hetze gegen Menschen. Viele Bilder von Menschen, die dieses Statement abgeben: Nicht in meinem Namen. Ein klares: So soll es nicht sein.

Amen – das heißt: Ja, so soll es sein. Es kommt zum einen aus dem Hebräischen von „aman“ und heißt so viel wie: Das steht fest! Amen gibt es aber auch im Altgriechischen, Jesus beginnt seine Sätze oft so: Amen, ich sage euch. Das steht fest oder wirklich, das sage ich euch. Es hat sich als Gebetsschluss eingebürgert. Nach dem Gebet gebe ich meine Zustimmung: Das steht fest! So soll es sein! Ich bin einverstanden! Amen sagen aber nicht nur die Christen, wie viele vielleicht gar nicht wissen. Auch Juden und Muslime bekräftigen ihr Gebet manchmal mit diesem Wort. Da sind wir uns einig!

Und wenn ich bekräftige und Ja sage zu dem, was ich gut finde, muss ich dann nicht auch nein sagen, zu dem, was ich schlecht finde? So soll es nicht sein! Das darf nicht feststehen! Und deshalb muss ich etwas dagegen halten, etwas tun und sagen. Dahinter steht mein Amen zu meinen Grundüberzeugungen: Gleichberechtigung für alle Menschen! Frieden zwischen den Religionen! Flucht als Grundrecht des Menschen! Nächstenliebe für die Schwächsten in der Welt! Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit! Dazu sagen ich Amen! Und alles, was dagegen steht, das ist #nichtinmeinemnamen. Amen!

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