Ganz viel Spaghettieis

Kinder sind unglaublich. Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie toll es ist, in der Grundschule zu sein. Wie viel ich hier lernen kann. Von den Lehrern. Aber am allermeisten von den Kindern selbst. Ich erfahre so viel über die Welt, über den Glauben und das Leben, wie sie von Kindern gesehen werden. Das ist einfach unbezahlbar.

Gerade heute habe ich in meiner Klasse das Thema Sterben und Tod gehabt. Es ist November, das habe ich ja letztes Mal geschrieben und ich finde, dass man auch schon mit Kindern die Stimmung und die Fragen dieses Monats aufnehmen und bearbeiten sollte. Es ist ein Thema, das alle angeht. Und damit auch die Kinder.

Wir haben eine Geschichte erzählt, von einer Raupe, die zu einem Schmetterling wird. Zwischendurch, wie tot. Und dann: Verwandlung. Neues Leben. Alles anders. Und meine Kinder sind voll dabei. Sie erklären mir, was da passiert. Dass etwas ganz Neues entsteht und dass trotzdem noch etwas von der Raupe im Schmetterling zu erkennen ist. Und sie ahnen schon etwas von dem, was es symbolisiert. „Wenn wir sterben könnte es ja auch so sein. Dass etwas ganz Anderes kommt. Aber ich weiß nicht was.“ Treffender könnte es kein Theologe sagen. Es wird anders. Darauf hoffe ich. Aber wie, das weiß ich nicht.

Ich habe mit den Kindern Bilder gemalt – wie stellst du es dir vor, wenn man tot ist? Ist dann alles aus? Kommt noch was? Wo gehe ich hin? Fragen, die Kinder ganz natürlich stellen. Ich habe das Gefühl, dass Kinder unglaublich sensibel für solche Themen sind. Dass sie viel grundlegendere und tiefgehendere Fragen stellen können, als wir Erwachsene. Sie trauen sich, ungewöhnliche Bilder auszumalen. Sie hoffen mit ganzem Herzen. Sie fürchten mit Leib und Seele. Und wenn man sie Ernst nimmt und ihren Gedanken und Gefühlen Raum gibt, bereichert es das eigene Denken ungemein. „Es gibt hier noch so eine Zwischenschicht. Da ist man zwei Stunden. Damit man sich langsam an den Himmel gewöhnt. Und Tschüss sagt. Und dass man nicht so sehr Angst hat.“

Wer weiß schon, wie es sein wird? Ich nicht. Alles, was ich kann, ist hoffen. Ich hoffe, dass auch ich mich verwandle, wie der Schmetterling. Dass es ganz anders sein wird. Heil. Meine Hoffnung wird in der nächsten Zeit auf jeden Fall von den Bildern dieser wunderbaren Kinder getragen: Wer weiß, vielleicht ist es ja auch so, dass wir alle zusammensitzen und jede Menge Spaghettieis essen. Mit einem großen Löffel. Das wäre doch toll.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s